13. November 2011

Hobby Browsergame Entwicklung – noch sinnvoll?

13. November 2011 - Geschrieben von Martin - 7 Kommentare

Wie die meisten hier sicher wissen entwickle ich mit Elan Hobbymäßig Browsergames und bin auch ziemlich aktiv in der Szene. Zumindest war ich das bisher immer. In letzter Zeit hingegen frage ich mich immer öfter ob es das überhaupt „bringt“. Ich meine es gibt so viele kommerzielle Browsergame Firmen – gut, ich kenne zwei an der Zahl – die ein ganzes Großraumbüro voller Entwickler haben, die Tag ein, Tag aus nichts anderes machen als Browsergames zu programmieren, Designer die Bilder einer Qualität machen die mich selbst mit den Ohren schnackeln lässt.

Die Browsergame Zielgruppe von heute (meiner Erfahrung nach Kinder zwischen 10 und 16) fahren voll auf so was ab. Spielinhalt der so primitiv wie nur irgendwie möglich sein kann, bombasitische realitätsfremde Bilder und Integration zu Fratzenbuch und Co mit an Bord.

Bei uns Hobby Entwicklern sieht es ganz anders aus. Wir Schustern an unseren Spielen ein paar Stunden die Woche, malen Bilder mit den selben Händen aus denen auch vorher der Code entsprang und wir betreiben Linux Server die wir uns gerade so von unserem Einkommen leisten können.

Doch wir stampfen Spiele aus dem Boden, die Spaß machen – vielleicht sind sie nicht so schön anzusehen, tut uns leid, wir sind nun mal keine Grafiker doch wir haben eine Idee, eine Vision, ein Ziel. Und das lautet nicht so viel Kohle mit den Nutzern wie nur irgendwie möglich zu machen, sondern ein Spiel an den Mann zu bringen das sich lohnt zu Spielen.

Aus diesem Grund, JA es lohnt sich Hobbymäßig Browsergames zu entwickeln. Einerseits hat die Welt dann wieder Spiele die sich lohnen zu spielen, andererseits lernt man dabei sehr viel, da dieses „Geschäft“ sehr Facettenreich ist.

7 Antworten zu “Hobby Browsergame Entwicklung – noch sinnvoll?”

  1. michi sagt:

    ja ich stimme dir voll zu
    man kann nicht mit den grossen Gameschmieden mithalten , was die Spielerzahlen betrifft.Auch die Grafiken sind nicht zu toppen ,aber es gibt genügend andere Spieler die sich eben nicht durch „geile Grafiken“ blenden lassen und Spieltiefe und Individualität suchen und auch würdigen.Also ein klares JA zu den „Hobby-Browsergames“

  2. chris sagt:

    Ich stimme meinem Vorredner michi voll und ganz zu. Es muss ein gutes Browser Spiel keine Hig-End Grafik haben oder mit so und so viel Millionen von Usern punkten. Viele wollen einfach ein innovatives Spiel. Heißt: JA zu HOBBY-Projekten!

  3. Christian sagt:

    Kommt halt immer darauf an, was man sich selber von einem eigenen Browsergame erhofft, welche Ziele und vielleicht auch welche Träume man damit verwirklichen möchte. Generell ist die Konkurrenz auf dem Browsergame-Markt natürlich sehr groß und hart geworden. Dennoch kann man mit innovativen Ideen und Leidenschaft immer noch aus der Masse der Spiele herausstechen. Ich denke also auch, dass es durchaus sinnvoll ist, ein eigenes Hobby-Browsergame zu betreiben. Schließlich verwirklicht man sich darin ja auch irgendwie selbst, egal ob es erfolgreich ist oder nicht.

  4. Christian W. sagt:

    Jap dein Artikel bring’s voll auf den Punkt, wobei bei mir nicht unbedingt eine Idee, sondern eher Frustration die Triebfeder war. Einmal geht mir die heutige BG-Welt auf den Senkel und zum Anderen hat mein favorisiertes OldSchool-BG letztes Jahr die Entwicklung eingestellt und wir irgendwann offline gehen. Tja – und seitdem widme ich mich, wie du schreibst, ein paar Stunden pro Woche meinem Nachbau.

  5. Tenso sagt:

    Kinder zwischen 10 und 16 Jahre sind die Zielgruppe praktisch aller Spielentwickler? Schlimmer. In der Zielgruppe wird versucht, ausschließlich die Zappelkiddies, die Kitschliebhaber anzusprechen und alle anderen oft sehr Spielinteressierten konsequent auszuschließen. Denn fast alle Spiele werden von Zappelkiddies gebaut. Bei der Bau- und auch bei der Zielgruppe muss immer irgendetwas blinken, maschinenstupide sinnlos animieren, in den Boxen blödsinnige Kracksgeräusche verursachen usw.

    Wer mag tatsächlich in deren gestörter Welt die überall hüpfenden Satzzeichen und Pfeile bestaunen, sich an blinkenden und sogar sich verbiegenden Objekten incl. der NPC und Häuser und an den ewig und überall erscheinenden auto-Tooltips (oft in brutal nervendem Farbwert- und Heligkeitskontrast) ergötzen?

    Die Kommerzwelt kannste schon sehr lange immer konsequenter vergessen. Die Hoffnung *gesunder* Spielbegeisterter liegt ausschließlich bei den Hobby-Kreatoren. Nur wer nichts übrig hat für die flächendeckende Kitschmasche wird als Kreator wirklich gefragt sein. Grafik ist schon wichtig. Aber gerade die nicht perfekte Grafik kann viel mehr Atmosphäre vermitteln als irgendwelche blankpolierte Übergrafik. So wie es gelingen wollte, wird es gut sein. Und es wird den Liebhaber ansprechen.

    Wo sind die wirklich geschätzten Browserspiele der Hobbykreatoren? Die ganz wenigen, die ich in sehr langer Zeit entdeckte, sind nur für Gelegenheitsspieler konzipiert. Der Autor hat hier seine Werke nicht verlinkt. Er darf mich gern via email informieren.

  6. Quelly1985 sagt:

    Also das nur Zappelkidis Browsergames spielen stimmt jetzt nicht so ganz. Ich bin ein Erwachsener Mensch (18+) und spiele selbst auch noch gerne Browsergames. Und nun zu der Frage ob es noch Sinnvoll ist. Ja es ist Sinnvoll. Entweder kannst du deine Fähigkeiten so entwickeln das du bei den großen Firmen rein kommst. Oder du bringst irgendwann ein eigenes Spiel auf den markt. Der Weg den du gehen möchtest liegt ganz bei dir.

  7. skreutzer sagt:

    Es ist dabei allerdings eine bemerkenswerte Erscheinung, dass der sog. „Hobby-Browsergame-Bereich“ scheinbar zum überwiegenden Teil versucht, die professionelle Konkurrenz zu imitieren, mit einer ganzen Reihe von negativen Nebeneffekten. Zwar ist die Bezeichnung „Hobby-Projekt“ durchaus gerechtfertigt, weil die Entwicklung z.B. in der Freizeit und nichtkommerziell stattfindet, jedoch wird auf eine spätere kommerzielle Verwendung insgeheim abgezielt, was leider meistens eine sehr verschlossene Projektpolitik nach sich zieht. Auch an Spielkonzepten werden meistens lediglich altbewährte Modelle zum wiederholten Male nachgebaut, weil man sich davon dann eine automatische breitflächige Akzeptanz verspricht. Innovative Ideen und das weite Spektrum an Nischen-Genres etwa werden so gut wie gar nicht bearbeitet. Dementsprechend findet sich auch keine größere Spieleransammlung zusammen, die sich bereitwillig den Erzeugnissen einer untereinander kooperativen Hobby-Browsergame-Entwickler-Community in Abkehr der ständig wiederkehrenden alten Browsergame-Gerüste in bloß neuem Gewand aus dem professionellen Sektor zuwenden würde. Ich für meinen Teil beschränkte mich daher darauf, meine Browsergame-Experimente im Geiste und in der Praxis der Freien Software anzugehen, um eben einen Beitrag zu der oben besagten Hobby-Browsergame-Entwicklung zu leisten, welche ja an sich – sofern in ausreichendem Maße qualitativ, quantitativ und in halbwegs organisierter Form vorhanden – eine überaus reizvolle Sache ist.

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