10. Dezember 2011

Das eigentliche Problem von WikiLeaks

10. Dezember 2011 - Geschrieben von Martin - Keine Kommentare

WikiLeaks sollte ja nach den Geschehnissen letztes Jahr jedem von euch etwas sagen? Ja genau, die Whistleblower Plattform.
An sich eine super Idee Leuten, die der Welt zeigen wollen was hinter den geschlossener Türen von Staaten und „öffentlichen Einrichtungen“ so vor sich geht eine Plattform zu bieten, auf der sie Anonym solche Akten, Fotos, Videos, was auch immer veröffentlichen können.

Nur ist das Konzept, welches WikiLeaks dabei verfolgt – meines Erachtens nach – falsch. Leute die solche sensiblen Daten heranschaffen begeben sich teilweise in Lebensgefahr, schließlich geht es hier nicht nur um eine eine Strichliste vom Chef wie oft ein jeder Mitarbeiter auf die Toilette geht. Es geht um Dinge die für die ganze Welt relevant sind.

Doch was machen die Werten Damen und Herren bei WikiLeaks? Sie veröffentlichen die Daten wie und wann Sie lustig sind. Teilweise werden die Daten sogar als Sicherheit verwendet wenn es um einzelne Personen die WikiLeaks angehören geht. Wie zum Beispiel vor einem guten Jahr, als Julian Assange groß aufsprach wenn er ausgeliefert wird, werde er diverse Geheime Dokumente veröffentlichen (genauer gesagt den Schlüssel zum AES 256Bit verschlüsseltem Archiv). Hallo? Um diese Dokumente zu beschaffen haben sich Leute mitsamt ihren Familien in Gefahr gebracht und er will sie nur veröffentlichen wenn ihm etwas zustößt? Was ist denn das für eine Whistleblower Plattform in der Selektive veröffentlicht wird? Entscheidet nun eine Person was, wann und wo veröffentlicht wird?

Und was muss ich heute lesen wenn ich auf WikiLeaks komme?

Wir sind gezwungen, vorübergehend unsere Veröffentlichungen einzustellen, während wir unser wirtschaftliches Überleben sichern. Schon fast ein Jahr lang kämpft WikiLeaks gegen ein unrechtmäßiges Finanzembargo. Eine Handvoll US-Finanzkonzerne darf nicht darüber bestimmen können, wie die ganze Welt mit ihrem Geldbeutel abzustimmen hat. Unser Kampf ist teuer. Wir brauchen deine Unterstützung um uns zu wehren. Bitte spende jetzt.

Toll, das WL von irgendwo finanzielle Mittel benötigt verstehe ich ja, aber das deshalb die Veröffentlichungen eingestellt werden? Wie oben geschrieben. Es gibt Leute die dafür Kopf und Kragen riskiert haben und da wird wieder selektiert. Und kommt nicht mit „unsere Infrastruktur reicht nicht“. Denkt doch mal zurück wie viele Mirrors letzes Jahr aus dem Boden geschossen sind! Und Journalisten die sich der Sache annehmen wird es sicherlich auch genug geben – schließlich sind die alle an einer guten Story interessiert.